Ihr Fachanwalt für Strafrecht

Freispruch in einem Prozess wegen Vergewaltigung in 2 Fällen, in einem Fall nur eine geringe Freiheitsstrafe ausgesetzt zur Bewährung

Statt einer Freiheitsstrafe von mehr als 4 Jahren (ohne Bewährung) wegen 2-facher Vergewaltigung im besonders schweren Fall gem. § 177 Abs. 6 StGB erfolgte aufgrund der Verteidigungsleistung von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Knuth Pfeiffer durch Urteil des Amtsgerichts Kassel vom 25.6.18 lediglich eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, für einen Fall. Im zweiten Fall erging ein Freispruch.

Angeklagt war ein Ehemann wegen 2-facher Vergewaltigung in der Ehe. Der 55-jährige Kfz-Meister aus dem Landkreis Kassel hatte sich im Ermittlungsverfahren nicht geäußert und hatte erst nach Erhebung der Anklage Rechtsanwalt Pfeiffer mit seiner Verteidigung beauftragt. Dies auch deswegen, weil er sich eine gegen sich selbst gerichtete Anklage beim besten Willen nicht vorstellen konnte.

Nach Anklageerhebung zum Amtsgericht – Schöffengericht hatte die Vorsitzende des Schöffengerichts im Zwischenverfahren versucht, den Fall an die Große Strafkammer des Landgerichts loszuwerden. Sie argumentierte u.a. mit einer über 4 Jahren liegenden Straferwartung und damit, dass dem Opfer, also der Ehefrau, eine zweite Tatsacheninstanz erspart werden sollte, wenn ihr Mann in die Berufung gehen sollte. Das Landgericht lehnte das Ansinnen ab und hielt eine Straferwartung von unter 4 Jahren für angemessen, ein Strafmaß, das ohne weiteres vom Amtsgericht verhängt werden könne.

Nachvollziehbarer Weise lehnte der Angeklagte wegen des Verhaltens der Richterin diese zu Beginn des Prozesses wegen der Besorgnis der Befangenheit ab. Sein Antrag wurde abgelehnt. In der dann folgenden umfangreichen Beweisaufnahme nahm sich die Vorsitzende des Schöffengericht viel Zeit, um sich im Einzelnen mit den Persönlichkeiten des angeklagten Ehemanns einerseits und seiner als Ehefrau auftretenden Zeugin andererseits zu befassen. So stellte sich nicht nur ein Alkoholproblem des Angeklagten in den letzten Jahren heraus, sondern auch eine Ehefrau, die sich permanent in eine Opferrolle begeben hatte und sich im Ergebnis aus christlich-ethischer Erziehung  gezwungen gesehen hatte, nach Außen hin den Schein einer funktionieren Ehe vorgaukeln zu müssen.

Dank der intensiven Befragung durch Rechtsanwalt Pfeiffer traten bei der Schilderung der angeblichen Vergewaltigungen durch die Zeugin erhebliche Widersprüche auf, so dass sich das Gericht im Ergebnis nur von einem sexuellen Übergriff überzeugen konnte, der auch noch im Zustand verminderter Schuldfähigkeit erfolgt ist. Von dem 2. Fall war das Gericht dagegen nicht überzeugt und sprach frei.

Bewertung: Wäre der Mandant bereits im Ermittlungsverfahren zu Rechtsanwalt Pfeiffer gekommen, hätte dieser durch die Vorlage einer Verteidigungsschrift bereits Einfluss auf die Anklage nehmen können. Aber auch so konnte durch eine intensive Verteidigungsleistung im Hauptverfahren ein für den Mandanten sehr günstiges Ergebnis erzielt werden: 9 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung.

Erwähnung verdient auch die Tatsache, dass die Richterin trotz in der Tendenz negativen Vorbefassung mit der Sache dann in der Hauptverhandlung eine absolut objektive Haltung an den Tag gelegt hatte. Dies ist nach der Erfahrung von Rechtsanwalt Pfeiffer leider keine Selbstverständlichkeit.