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Bewährung trotz mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs

In vielen Fällen lohnt sich die frühzeitige Beauftragung eines Strafverteidigers. So konnte es in einem Fall eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs eines 13 Jahre alten Mädchens Rechtsanwalt Knuth Pfeiffer gelingen, den 35-jährigen Tatverdächtigen, einem Mitarbeiter des Kinder-Mitmach-Zirkus „Zirkutopia“, von der Verhängung eines gegen diesen gerichteten Haftbefehls zu verschonen. Trotz einer hohen Strafandrohung verzichtete die Staatsanwaltschaft Kassel auf die Beantragung eines Haftbefehls, da sich der Verdächtigte von vorneherein kooperativ und geständig zeigte. Hinzu kam der Umstand, dass sich Täter und Opfer in einer Art Liebesbeziehung befanden. Der Tatverdächtigte nutzte die Zeit zwischen der Entdeckung der Taten im Spätherst 2016 bis zum Prozess vor dem Landgericht ab dem 13.9.18 durch mehrere stationäre und ambulante Therapien, um gegen seine Drogensucht vorzugehen, auch um von der von dem Sachverständigen diagnostizierten unreifen und ängstlichen Persönlichkeit wegzukommen.  Zwei Jahre nach Beendigung der Tatserie konnte sich das Gericht davon überzeugen, dass der Angeklagte fortlaufend und energisch an sich gearbeitet und sich damit vorbewährt hatte. Auch der Sachverständige, der sich noch ein Jahr zuvor wegen der Drogenabhängigkeit für eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gem. § 64 StGB ausgesprochen hatte, konnte von seiner vorläufigen Einschätzung Abstand nehmen und sprach sich  im Prozess für eine positive Sozialprognose aus. 

In Anbetracht der Schwere der Vorwürfe beantragte die Staatsanwaltschaft eine (nicht mehr bewährungsfähige) Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten. Das Gericht ging indessen aufgrund der Besonderheit der Beziehung zwischen Täter und Opfer von minderschweren Fällen aus und folgte im Ergebnis dem Plädoyer von Rechtsanwalt Knuth Pfeiffer, der eine 2-jährige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung beantragt hatte. (Die Hessisch Niedersächsische Allgemeine HNA, hna.de, berichtete am 17.10.2018.)

Ohne die frühzeitige Intervention durch den Strafverteidiger und ohne die von dem Tatverdächtigten selbst in Angriff genommenen Therapiemaßnahmen wäre eine Verurteilung zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe zu erwarten gewesen.